Frische stellt in Lebenszusammenhängen mit immer knapper bemessenen Haltbarkeitswerten ein entscheidendes Gütekriterium dar. Was jenseits der berechnend festgelegten Verfallsdaten liegt, hat keine Chance mehr beachtet und begehrt oder gar gekauft zu werden. Es muss als unheilvoll Verdorbenes schnellstmöglich unschädlich gemacht und entsorgt werden. Denn nur wer mit frischen Kräften frischen Mut fasst, wird auf frischer Tat ertappt .... Frisch sein bedeutet unverbraucht und in guter Form zu sein. Auch wenn es nur der Form halber so ist: In guter Form zu sein, ist maß gebend. Mit der Erfindung der Frischhaltefolie kann dem Frischeverlust und unerwünschtem Formwandel, der schlimmstenfalls drohenden ungeformten Formlosigkeit, prächtig entgegengetreten werden. Alles was frisch und in Form ist, wird von ihr frisch und in Form gehalten. Selbst kindlich unverbrauchte Leichtigkeit sowie unfassbar flüchtige Sehnsüchte lassen sich mit ihr fassen und gestalten. Für den Kunstraum hat Gereon Krebber eine Arbeit realisiert, bei der Luftballons in Frischhaltefolie verpackt solange ihre Form halten, wie seine Luft es zulässt. Joachim auf der Lake, 2003 Abbildung oben: ´Trendwände´, Kunstraum Düsseldorf 2003. Front: ´Pat´, gelatin, colouring, 4.5 x 6m, 2003. Left: ´Tip´, cling film, balloons, papermaché, 1.5 x 2.6m, 2003. Right: ´Pillar´, paint, filler, styrofoam, plywood, H: 2.2m, 2003. 'Trendwände', Kunstraum Düsseldorf 2003. Vorne: 'Fladen', Gelatine, Farbe, 4.5 x 6m, 2003. Links: 'Tip', Frischhaltefolie, Ballons, Papiermaché, 1.5 x 2.6m, 2003. Rechts : 'Pfeiler', Farbe, Spachtel, Styropor, Holz, H: 2.2m, 2003. |